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Ü-Eier - Eine Glosse vom "Üologen"
 
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Das Überraschungsei

Ü-Eiermann

In einem Lexikon steht:

Überraschungsei (kurz Ü-Ei), bei den Menschen zeitweise in den Einkaufsmärkten abgesonderte Verkaufseinheit (Eieinheit) zum Einheitspreis. Das Überraschungsei enthält die wesentlichen Anlagen für die Entwicklung einer Überraschung. Die Überraschungseierkunde (Üoologie) untersucht u.a. den Eikörper durch Schütteln und ermöglicht dadurch die zerstörungsfreie Bestimmung von Überraschungen.

Erst durch eine intensive Literaturrecherche erfährt man etwas mehr über die Entstehung dieser beliebten Variante des degenerierten Kindheitserlebnisses.

Leider sind die Reifungs - und Wachstumsprozesse bis zum fertigen Überraschungsei für den wissenschaftlichen Laien nur sehr schwer zu verstehen. Zunächst vermehren sich in den Fabrikationseileitern eines Nahrungsmittelkonzerns die sog. Urüberraschungseinheiten durch Vergrößerung ihres Volumens und durch Verminderung des diploiden Inhalts (Wachstums - und Reiferungsperiode). Bei dieser Reifung gelangt die Überraschung in der werdenden Eieinheit in einen der gelblichen Halbkörper... na ja usw. Während über die Entstehung der Urüberraschungseinheiten und über deren Weiterentwicklung sehr viel bekannt ist, ist es den Üoologen bisher nicht gelungen, die Ursache für das plötzliche Werden der "Keime" zum Überraschungsei herauszufinden. Geäußerte Mutmaßungen, dass dies vielleicht so ähnlich sei wie bei den Menschen und den Tieren, werden von den Verfahrungstechnikern des Konzerns mit dem Hinweis, dass sich die Überraschungseier ja auch nicht ausbrüten lassen, vehement bestritten. (Ein Scheinargument: Die Schale schmilzt bei dem Versuch, das Ei auszubrüten.)

Die Überraschung selbst besteht aus der Überraschungsidee, dem Überraschungsbildungsplasma und der Überraschungsanleitung. Die Überraschungseihülle schützt die Überraschung. Die primäre Überraschungseihülle, gebildet aus den beiden Halbkörpern, umschließt die Überraschung unmittelbar und ist nicht zum Verzehr geeignet. Lediglich die sekundäre Überraschungseihülle darf gegessen werden, wenn vorher die äußerste, sehr dünne und von innen silbrig glänzende Hülle entfernt wird. Sie besteht aus einer schichtweise aufgebauten weiß - braunen Masse (vermutlich F2). Obwohl essbar, eignet sie sich aufgrund ihres niedrigen Schmelzpunktes von 37 Grad Celcius nicht zum ungeübten Verzehr und führt bei Missbrauch zu einer übermäßigen Verschmutzung der am Verzehr beteiligten Esswerkzeuge und umgebener Teile.

Das Überraschungsei ist also kein "gewöhnliches" Ei. es verbirgt eine, wie der Name "Überraschungsei" zweifelsfrei schon andeutet, Überraschung (genauer: eine Überraschungseiüberraschung).Um an die begehrte Überraschung zu kommen, darf man das Ei nicht etwa Kochen oder mit dem Ei etwas tun, was man gewöhnlich so mit Eiern tut, sondern muss zuerst die dünne Pelle der sekundären Überraschungseihülle entfernen. Den so freigelegten Eikörper kann man nun mit möglichst gekühlten Fingern durch leichten Druck in die zwei zum Verzehr geeigneten Hälften und dem primären "Eigelb" zerlegen. Das öffnen der primären Überraschungseihülle bereitet häufig sehr große Schwierigkeiten. Erfahrene Üoologen haben hierfür spezielles Werkzeug entwickelt. Aber auch dem geübten Gelegenheitsüberraschungseikonsumenten gelingt das Öffnen der gelblichen Hülle aus Plythylen bisweilen, ohne das Teile der darin enthaltenen Überraschung verloren gehen oder gar zerstört werden.

Die Freude, die man beim erfolgreichen Aufbrechen der primären Hülle und dem ersten Anblick der Überraschung bzw. Überraschungsteile erlebt, ist kaum noch zu steigern und lässt den Verzehr der sekundären Überraschungseihüllhälften beinahe vergessen.

Dr. Reiner Heidenreich (Üoologe)

Gefunden auf der Homepage von Detlev Radam (Detze)

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