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Schreibmaschinen sammeln - Kurzinformation und Einleitung

Auf den folgenden Seiten finden Schreibmaschinen-Sammler eine Kurzinformation und Einleitung zum Thema Schreibmaschinen sammeln.

Remington Modell Nr. 1

Alte Schreibmaschine

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Kleine Schreibmaschinen-Geschichte

Bereits am 7. Januar 1714 erteilte das Britische Patentamt dem englischen Ingenieur Henry Mill das königliche Patent Nr. 395 für eine Maschine, die wie folgt beschrieben wird:

"Eine künstliche Maschine oder Methode, Buchstaben abzudrucken oder abzuschreiben, einzelne oder fortlaufend, einen nach dem anderen wie in der Schrift, so dass jeglicher Text auf dem Papier oder Pergament so klar und deutlich abgeschrieben werden kann, dass man diese Schrift vom Druck nicht unterscheiden kann..."

Ungeklärt ist, ob diese Maschine jemals gebaut und benutzt wurde.

Erst über 100 Jahre später erhielt der Amerikaner Burt vom Washingtoner Patentamt ein weiteres Patent über eine von ihm konstruierte Schreibmaschine für Sehende. Datiert ist die Patenturkunde am 23. Juli 1829. Das Modell war übrigens aus Holz gefertigt.

Die ersten Schreibmaschinen waren vermutlich für Blinde konstruiert. Auch die von Henry Mill 1794 patentierte Maschine war vermutlich eine Blindenschreibmaschine.

Die erste nachweislich funktionierende Schreibmaschine baute Pellegrino Turri 1808 für seinen blinden Freund Countess Carolina Fantoni da Fivizzono.

1823 trat der Italiener Pietro Conti mit einer Schreibmaschine für sehende an die Öffentlichkeit. Sie bestand aus Typen und Typenhebeln und wurde durch Tastenanschlag in Bewegung gesetzt.

Schreibmaschine
Auch der Erfinder des Fahrrades, Freiherr von Drais wartete mit einer Schreibmaschine aus: 1832 baute er eine Schnellschreibmaschine.

Der Franzose Xavier Progin verwendete in seiner Maschine erstmalig Typenhebel, die gleichlang in Kreisform angeordnet waren. Da noch keine Tastatur mit Tastenhebeln vorhanden war, handelte es sich um sogenannte Druckhebel.

Typenhebel wurden erstmals im Schreibklavier des Italieners Guiseppe Ravizza verwendet. Sie waren auch kreisförmig angeordnet, schlugen aber als Schwinghebel von unten auf die Schreibwalze.

Der Amerikaner John Pratt präsentierte 1863 erstmals eine Maschine, bei der mal mehrere Tasten zugleich anschlagen konnte. Dafür erhielt er 1866 in London ein Patent.

Schreibkugel Die kommerzielle Produktion begann erst 1870 mit dem "writing ball" (Schreibkugel, dänisch: skrivekuglen) des dänischen Direktors des Kopenhagener Taubstummeninstitutes Malling Hansen. Diese Erfindung sah einem Nadelkissen ziemlich ähnlich. Mietzsche bekam von seiner Mutter und Schwester ein Exemplar zu Weihnachten geschenkt - er hasste die Maschine!

Wesentlich bedeutender waren die Sholes & Glidden Type Writers, deren Produktion Ende 1873 begann und 1874 auf dem amerikanischen Markt eingeführt wurde.

Ein Zeitungsmann aus Milwaukee, Christopher L. Sholes, war die treibende Kraft bei der Entwicklung dieser Maschine. Die Sholes & Glidden schrieb nur Großbuchstaben und sie war bereits mit der QWERTY-Tastatur ausgestattet. Diese Tastenanordnung ist noch heute bei fast allen Tastaturen üblich (in deutschsprachigen Ländern entspricht dies QWERTZ).

The S&G war eine sehr dekorative Maschine, die einer Nähmaschine nicht unähnlich war. Dies kam sicherlich daher, dass die Fabrikation in der Nähmaschinen-Abteilung der Remington arms company erfolgte.

Die Sholes & Glidden war nur kurze Zeit erfolgreich, ihre Nachfolgerin, die Remington wurde bald darauf das führende Modell im Markt. Durch einen Vertrag mit S&G am 1. März 1873 entstand die erste Schreibmaschinenfabrik - Remington.

1877 kam die REMINGTON Mod. Nr. 1 auf den Markt. Der Absatz war anfangs ziemlich unbefriedigend. Einer der Hauptgründe war, dass es einfach zu wenig Bürokräfte gab, die das Maschinenschreiben beherrschten. Das verbesserte Modell Nr. 2 brachte ab 1878 bessere Verkaufszahlen.

Remington Modell Nr. 1

Um die Jahrhundertwende setzte sich die Standardschreibmaschine durch. Franz X. Wagner beeinflusste mit seinem Patent die Entwicklung bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Es handelte sich dabei um den reinen Vorderanschlag.

1919 erschien die erste deutsche Nachkriegsmaschine. Sie wurde von der Lehmann AG in Erfurt hergestellt. Diese Maschine war erstmals mit einer Umkleidung aus Stahlblech ausgestattet, die die Maschine gegen Außeneinwirkungen schützte.

Der Neuaufbau nach dem zweiten Weltkrieg trug dazu bei, dass in Deutschland viele Bauartveränderungen und -neuerungen durchgeführt wurden. Konstruktionsverbesserungen waren die Segmentumschaltung, Wagen mit Kugelführung, endgültige Etablierung der Rechteckform, Wagen aus Leichtmetall u.a.m.

Durch das Aufkommen der elektronischen Schreibmaschinen (nach den elektromechanischen) entstand eine bedeutende neue Entwicklung. Heute sieht es fast so aus, als ob die Zeiten der Schreibmaschinen gezählt sind. Auch in großen Unternehmen werden Schreibmaschinen fast überall durch Computer ersetzt. Gerade deshalb ist das Sammeln von Schreibmaschinen ein faszinierendes Hobby, dass dazu beträgt, diese Wegbereiter der Textverarbeitung vor dem Vergessen zu retten.


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