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Netsuke sammeln - Kurzinformation und Einleitung

Auf den folgenden Seiten finden Netsuke-Sammler eine Kurzinformation und Einleitung zum Thema Netsuke sammeln.

Ratte auf einer Kerze, Kyoto Schule, 18. Jahrhundert

Netsuke Figur

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Sammler, die häufiger Antiquitäten- und Trödelmärkte besuchen, sind sind vielleicht schon kleine geschnitzte Elfenbein-Figuren aufgefallen, an deren Rückseite zwei gegenüberliegende Löcher reingebohrt sind. Diese naturgetreuen Darstellungen sind häufig nur um die 4 cm groß und werden „Netsuke" (gesprochen: Netske) genannt. Das bedeutet ungefähr: "Anhängsel aus Wurzelholz".

Mann mit Hund, 18. Jahrhundert Die alte Bedeutung des Wortes "Pietsuke" ist "liebkosen" und wird den kleinen japanischen Kunstwerken wohl eher gerecht. Das sich angenehm anfühlende, schön glatt polierte Material, das am Gürtel baumelt, wurde gerne mit der Hand befühlt. Davon kommt seine weitere Beschreibung: "Handschmeichler".

Verwendung der Netsuke

Durch die beiden Bohrlöcher an der Rückseite fädelte man eine seidene Schnur, so dass man si als Gürtelknebel nutzen konnte.

Am anderen Ende der Schnur wurden kleine Holzbehälter befestigt und das ganze wurde über den Gürtel gehängt. Die Aufgabe der Netsuke war es, das Durchgleiten der Seidenschnur unter dem Gürtel zu verhindern.

Geschichte der Netsuke

Der Vorgänger der Netsuke war ein Knebel aus glattgeschliffenem Wurzelholz. Ungefähr ab dem Jahre 1700 wurden diese kleinen Knebel künstlerisch bearbeitet. Als Material verwendete man zunächst Holz (Buchsbaum, Ebenholz, Bambus), dann auch Knochen, Walrosszahn und Hirschhorn. Zur Zeit, als auch die Nachfrage in Europa zunahm, wurde vermehrt Elfenbein als Grundmaterial der Netsuke genommen.

Bedarf an Netsuke war groß

Die japanische Kimono hatte keine Taschen. Der Japaner musste also die persönlichen Dinge, die er so mit sich führte, in einem Behälter unterbringen. Ein "Inro" erfüllte diese Funktion vorzüglich. In diesen kleinen, mehrteiligen, zusammensteckbaren Holzdosen konnte vieles untergebracht werden wie etwa ein Geldbeutel, Arzneien, Schreibzeuge und Pfeife mit Tabak.

Ratte auf einer Kerze, Kyoto Schule, 18. Jahrhundert

Man(n) besaß jeweils mehrere Netsukes mit Inros an Seidenschnüren. Die Damenmode kannte diese Notwendigkeit nicht, da zum Frauenkimono ein dekorativer Gürtel gehörte, in dessen breiten Falten die persönlichen Dinge gut unterzubringen waren.

Motive für Netsuke

Die Blütezeit der Netsuke, ca. 1800 bis 1870, brachte eine wahre Fülle von Motiven. Sehr beliebt waren zunächst die Motive der Tierkreiszeichen: z.B. Ratte, Tiger, Hase, Drache, Affe, Hund und Schaf; dann weitere Tierdarstellungen wie Schildkröte, Löwe und Pinguin.

Masakazu, 19. Jahrhundert, Nagoya School Daneben waren Berufe (Bauern, Tänzer, Heilige, Mönche) als Motive beliebt so wie auch Götter, Dämonen, Kobolde, Fabelwesen und Kinder. Maskenschnitzer und Bildhauer stellten diese kleinen Kunstwerke her.

Wegen der großen Nachfrage entstanden in Osaka und Kyoto Schulen, in denen die Netsuke-Schnitzerei unterrichtet wurde.  Aus diesen Schulen gingen ganze Schnitzer-Dynastien hervor.

Wahrhaft meisterlich wurden diese 2  bis etwa 15 cm großen Figuren naturgetreu gearbeitet. Die Hinterseite der Figürchen war meist flach und glatt, damit der Träger beim Bücken nicht behindert wurde und der Kimono keinen Schaden erlitt. Die Oberfläche war dabei ganz glatt poliert.

Pflege der Netsuke

Um den natürlichen Glanz der Figürchen zu erhalten, sollte der Sammler sie nur mit weichem Lappen oder Leder abreiben und dabei niemals feucht oder gar mit Chemikalien behandeln! Holz-Netsuke können außerdem gut gewachst und poliert werden.

 


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