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Eine Einführung zu alten Ansichtskarten und deren Geschichte

Alte Ansichtskarten konnte man vor einigen Jahren noch für Pfennigbeträge kaufen. In der Zwischenzeit hat sich ein fester Sammlerstamm etabliert und die Preise damit nach oben getrieben. Trotzdem: Ansichtskarten sind immer noch ein preiswertes und sehr interessantes Sammelgebiet.

Kitschkarte von 1899

Alte, romantische Kitschkarte mit Liebespaar von 1899

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Zur Historie: Am 22. September 1869 führte die österreichische Postverwaltung unter dem Begriff "Correspondenzkarte" die Postkarte ein. Ein knappes Jahr später, am 25. Juni 1870, folgte die Post des Norddeutschen Bundes.

Gruß aus Brünn

Heute ist es kaum zu verstehen, dass damals die Einführung der Postkarte auf heftige Proteste aus der Bevölkerung stieß. Der Protest richtete sich gegen die Form von "offen versandten Mitteilungen".

Sammler können ihre Karten nach einem anderen Datum aus der Postkartenhistorie bestimmen: bis 1905 durfte nur die Bildseite beschrieben werden. Erst anschließend stand eine Hälfte der postalischen Seite für Mitteilungen des Absenders zur Verfügung. Man muss sich die Einführung der Postkarte auch unter Einbindung der damaligen Verhältnisse vorstellen. Sie war eine völlig neue Art der Kommunikation. Die Karte drückt in Bildern vieles aus, was der Absender oft durch geringe Bildung nicht mitteilen konnte. Entgegen dem Brief war er "gezwungen", kurze Mitteilungen zu machen, oder er konnte das Bild auf der Karte für sich sprechen lassen. Kein Wunder also, dass die Bildpostkarten schon kurz nach ihrer Einführung einen enormen Aufschwung nahmen.

Plakat-, Buch- und Zeitschriftenillustratoren verdienten mit der Motivwahl viel Geld. Allerdings suchten sie gerne nach Vorbildern, die sie kopieren konnten. Ein Moritz von Schwind, ein Ludwig Richter oder ein Franz von Pocci galten als beliebte "Inspiratoren".

 

Kaiser Wilhelm

Anfangs mussten die Karten noch in einem teuren Druckverfahren hergestellt werden. Erst die Einführung der lithografischen Schnellpresse machte die Herstellung preiswerter und erleichterte die Massenproduktion. In den ersten Jahren unseres Jahrhunderts bis zum Beginn des 1. Weltkrieges war das Sammeln von Ansichtskarten sehr beliebt.

Ereignisse aus dem Zeitgeschehen spielen in früheren Postkarten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Fotografie steckte noch in den Kinderschuhen und natürlich gab es auch noch kein Fernsehen.

 

Glauchau

Aber auch wenn es schon möglich war, aktuelle Ereignisse im Bild festzuhalten, so gab es kaum Mittel, diese Bilddokumente weiter zu kommunizieren.

Die Bildpostkarte übernahm hier eine entscheidende Rolle. Ein Ereignis, aber auch ein Unglücksfall - was in der Heimat stattfand, wurde oft zum Motiv einer Bildpostkarte. So konnte man Freunden und Bekannten darüber berichten. Bei der hier beschriebenen Art von Bildpostkarten handelt es sich also um wahre Zeitdokumente. Dies haben auch etliche Sammler erkannt - die Preise für solche Karten sind in letzter Zeit stark gestiegen.

Gefragt sind momentan besonders Karten des Titanic-Untergangs. Hierzu hat der Film seinen nicht unerheblichen Teil beigetragen.

Ein weiteres beliebtes Sammelgebiet sind die "Kitschpostkarten", wobei die Grenze z.B. zu Kunstkarten selbstverständlich sehr fließend ist.

Betrachtet man heute viele Karten aus Urlaubsgebieten, so kann man auch dort bei vielen von Kitsch sprechen. Ein typisches Beispiel für Kitschpostkarten aus früherer Zeit: ein dicker Mann mit Monokel sitzt in einem Café-Garten vor einer grazilen, hübschen jungen Dame. Darunter die Zeile: "Herzliche Grüße vom Café Hofgarten".

Ein weiteres Beispiel: Über Münchens Verkehrsknotenpunkt, den Stachus, fährt die Kutsche des Königs. Über der Kutsche steht eine weiße Wolke, aus der die Köpfe der verstorbenen bayerischen Könige herausschauen.

Das Sammelgebiet der Postkarten ist sehr vielseitig: Heimatmotive, bestickte Karten, mit echtem Frauenhaar beklebte, Weihnachtskarten, Glückwunschkarten und natürlich Ansichtskarten mit Sehenswürdigkeiten aus nah und fern. Und noch immer gibt es Schnäppchen auf den Flohmärkten und Sammlerbörsen.

Kaiser-Postkarte

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